Diese Seite verwendet Cookies. Durch klicken auf "OK" sind Sie mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Nähere Informationen zu Cookies und unserem Datenschutz finden Sie hier.

OK

KIRAS Sicherheitsforschung

  •  11
Kooperative Projekte > 2018

ERIMAPS - Echtzeit Risikokarten für First Responder bei CBRNe Einsätzen

ERIMAPS entwickelt ein innovatives System zur Entscheidungsunterstützung für Einsatzkräfte bei CBRNe Einsätzen auf Basis von Echtzeit Risikokarten.

Einsätze mit CBRNe Gefahrstoffen stellen für die Entscheidungsfindungsprozesse bei Einsatzkräften eine enorme Herausforderung dar. Es handelt sich dabei um hochdynamische Lagen, in denen die Basis für Entscheidungen oftmals einfache Modelle zur Berechnung von Auswirkungen darstellen. Derzeit werden mittels Ausbreitungsmodellen wie ALOHA, MET oder des Softwarepaketes Einsatzassistent so genannte „Gefahrenbereiche“ errechnet. Diese bilden die Grundlage für Absperr- oder Evakuierungsmaßnahmen. Der Großteil der verwendeten Modelle erlaubt die Berechnung der Ausbreitung von Schadstoffen in der Luft anhand einfacher Beziehungen und wenigen Eingabeparametern. Modelle zur Berechnung von Druck- und Wärmestrahlungseffekten nach Explosionen sind nur in unzureichendem Maße für Einsatzkräfte verfügbar (z.B. MET). Expertenmodelle für Druck und Wärmestrahlungseffekte sind derzeit nur für die Beurteilung von Störfällen in der Industrie verfügbar und in Einsatzfällen nicht ausreichend schnell und unkompliziert anwendbar. Detailierte Modelle (z.B. CFD- Modelle) erfordern derzeit noch einen zu hohen Rechenaufwand bzw. scheitern an den nicht verfügbaren Eingangsdaten (z.B. Gebäudedaten). Vor allem in urbanen Räumen reicht es nicht aus lediglich Gefährdungsradien zu ermitteln, in die Entscheidung der Einsatzkräfte muss auch die Gefährdung von Personen oder konkreten Objekten miteinfließen. Die Entscheidung erfolgt also durch eine Risikoabwägung. Das Projekt ERIMAPS verfolgt hierbei einen völlig neuen Ansatz. Durch die Verknüpfung von Auswirkungsmodellen (Explosionsdrücke, Wärmestrahlungseffekte und toxische Effekte) mit Gebäudedaten bzw. Daten über Personen sowie atmosphärische Daten soll ein System zur Erstellung einer Echtzeit Risikokarte rund um den Schadensort entwickelt werden. Das lokale „Risk Mapping“ ermöglicht eine Beurteilung des Gefahren- und Schadenspotentials mit Einbeziehung des realen Umfeldes.

Im Rahmen des Projektes ERIMAPS werden die Grundlagen für die Entwicklung einer Software Lösung zur Darstellung einer Echtzeit Risikokarte erarbeitet, sowie die Anwendbarkeit einer risikobasierten Beurteilung des Schadensraumes untersucht.

Die Frage: „Was passiert bei einem Ereignis in den nächsten Minuten, Wer und wie viele werden betroffen sein und Wo ist ein Einsatzschwerpunkt zu setzen“, soll mit dem Ansatz von ERIMAPS mit wenigen Usereingaben beantwortbar werden.

Grundlage dafür bilden GIS Daten aus dem Kataster der Städte Graz und Linz sowie verfügbare Modelle zur Störfallauswirkungsbetrachtung aus dem Industriellen Umfeld. Es ist notwendig verfügbare Modelle für die Ermittlung der Schadenseffekte so weit zu verbessern bzw. die Eingabeparameter soweit zu vereinfachen, dass die verwendeten Modelle auch mit den wenigen im Einsatz verfügbaren Daten zu belastbaren Ergebnissen führen. Im Rahmen des Projektes ERIMAPS soll die Anwendbarkeit des Technologiekonzeptes bestätigt werden, sowie die Funktionsweise der Einzelmodelle gezeigt werden. Das Projekt ERIMAPS bildet die Grundlagen für die Einbindung der Technologie in bestehende Informationssysteme wie z.B. dem Softwarepaket Einsatzassistent.

ProjektleiterIn
Ass.Prof. Dipl.-Ing. Dr. mont. Hannes Kern,
Montanuniversität Leoben,
Lehrstuhl für Thermoprozesstechnik

KooperationspartnerInnen
Die Johanniter
Flammpunkt GmbH
Berufsfeuerwehr Graz
Berufsfeuerwehr Wien
BMLV

Kontakt
Ass.Prof. Dipl.-Ing. Dr. mont. Hannes Kern
Montanuniversität Leoben
Lehrstuhl für Thermoprozesstechnik

Franz-Josef-Strasse 18,
8700 Leoben

Tel.: +43 3842 402 5825
Fax: +43 3842 402 5802
Mail: hannes.kern@unileoben.ac.at 
http://tpt.unileoben.ac.at/