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KIRAS Sicherheitsforschung

Kooperative Projekte > 2019

K.REX: Knowledge Recognition for Evidence eXtraction

Ein selbstlernendes System zur inhaltlichen Erschließung von Beweismitteln simuliert die menschliche Fähigkeit der Interpretation durch Kombination von bildlichen und textuellen Aspekten.

In Ermittlungsfällen der Strafverfolgung und Kriminalitätsbekämpfung fallen große Mengen an heterogenen Dokumenten (z.B. aus Beschlagnahmungen, Konto-Öffnungen) an, die von Ermittlerinnen und Ermittlern gesichtet und hinsichtlich ihrer inhaltlichen (strafrechtlichen) Relevanz bewertet werden müssen. Ohne maschinelle Unterstützung ist das stark steigende Datenaufkommen nicht zu bewältigen. Während der Mensch ganz selbstverständlich Schlussfolgerungen aus Struktur, optischer Anmutung und bildlichen Elementen wie Logos, Stempel oder handschriftlichen Ergänzungen in Dokumenten zieht, bleibt diese Information textbasierten maschinellen Verfahren verborgen. Ist der Text fehlerbehaftet (etwa aus OCR-Verarbeitung) sind die Inhalte damit unter Umständen für eine computergestützte Analyse wertlos – die Dokumente gehen für die Beweisführung verloren.

Der im Projekt K.Rex vorgestellte Ansatz soll die menschliche Wahrnehmung der Dokumenten-Anmutung in selbstlernenden Verfahren simulieren und für die Interpretation von Dokumenten nutzbar machen. Text- und bilderschließende Verfahren werden multimodal kombiniert, um die Treffergenauigkeit bei der semantisch reichhaltigen Ableitung von Sachverhalten signifikant zu erhöhen und fehlende oder fehlerhafte textuelle Inhalte zu kompensieren. Effiziente Annotation formalisiert das Wissen der Ermittlerinnen und Ermittler, wobei fallspezifischen Besonderheiten und sich verändernden Betrugsmustern Rechnung getragen wird. Es werden adaptive Lernverfahren erforscht, die eine effiziente Anwendung auf neue Fall-Modelle bei minimalem zusätzlichem Annotationsaufwand ermöglichen.

Derartige computergestützte Methoden beeinflussen den Ermittlungsprozess im soziotechnischen Gefüge maßgeblich. Daher werden auch die Aspekte Vertrauen, Verantwortung und Transparenz im Projekt ausführlich behandelt, sowie die Handlungsspielräume der Akteure und die notwendigen ethischen Rahmenbedingungen ausgelotet. Eine begleitende Labor-Evaluierung sorgt für bedarfsgerechte Ausrichtung der Forschung und ihrer Überprüfbarkeit.

Durch die erwartete Verkürzung der Falldurchlaufzeiten und qualitative Steigerung der Ermittlungsergebnisse hat K.REX durchaus das grundlegende Potential, den Wirkungsgrad zukünftiger Analyse-Werkzeuge signifikant zu heben.

ProjektleiterIn
Doris Ipsmiller, m2n – consulting and development gmbh

Auflistung der weiteren Projekt- bzw. KooperationspartnerInnen:
Bundesministerium für Finanzen
Bundesministerium für Inneres
Bundesministerium für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz
Finanzmarktaufsichtsbehörde
Research Studios Austria Forschungsgesellschaft mbH
Technische Universität Wien, Institut für Information Systems Engineering
Universität Wien, Institut für Wissenschafts- und Technikforschung

Kontakt

kontakt@k-rex.at 

Doris Ipsmiller, m2n – consulting and development gmbh
Götzwiesenstraße / Knagg 6, 3033 Maria Anzbach

Tel: 43 660 7119870
eMail: ipsmiller@m2n.at
Web: www.m2n.at