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KIRAS Sicherheitsforschung

F&E-Dienstleistungen > 2019

Gewaltschutz aktuell (GeschAkt)

Das Projekt evaluiert aktuelle polizeiliche Maßnahmen zum Schutz vor Gewalt in der Familie.

Das am 1. Mai 1997 in Kraft getretene (und mittlerweile mehrfach novellierte) Bundesgesetz zum Schutz vor Gewalt in der Familie basiert auf drei Säulen:

  • der polizeilichen Befugnis der Verhängung eines Betretungsverbotes, ggf. verbunden miteiner Wegweisung (§ 38a SPG), die von den einschreitenden BeamtInnen auszusprechensind, sofern sie im Zuge der Gefahrenprognose vor Ort eine Gefährdungssituation feststellen
  • der Möglichkeit für die gefährdete Person, binnen zwei Wochen eine zivilrechtlicheeinstweilige Verfügung für einen weiterreichenden und länger andauernden Schutz zubeantragen
  • der Tätigkeit der Interventionsstellen/Gewaltschutzzentren, die nach der Meldung durch dieExekutive umgehend Kontakt mit der gefährdeten Person aufnehmen und Unterstützunganbieten. Das (möglicherweise traumatisierte) Opfer muss sich also nicht selbst um denKontakt bemühen, sondern diese Opferschutzeinrichtungen verfolgen einen pro-aktivenAnsatz. Bei der Beratung geht es in erster Linie um die Einschätzung der Gefährlichkeit desTäters, die Erstellung eines Krisenplans und die Erarbeitung eines Sicherheitskonzepts.

Das Forschungsprojekt zur Anwendung des Gewaltschutzgesetzes verfolgt zwei Themenstränge. Zum einen werden polizeiliche Maßnahmen untersucht, die primär auf den Schutz von Frauen zielen bzw. spezifisch für den Schutz von unmündigen Minderjährigen entwickelt wurden.

Der zweite Schwerpunkt liegt auf der der Opfer-Täterin-Beziehung bei Betretungsverboten, die gegen Frauen ausgesprochen werden. Dabei handelt sich um einen weitgehend unerforschten Bereich, über den kaum mehr als die Zahl der Gefährderinnen bekannt ist. Bei der Kontrastierung von Männergewalt vs. Frauengewalt wird immer wieder ins Treffen geführt, dass Frauen ja ebenfalls Partnergewalt ausüben würden. Tatsächlich liegen keine Daten dazu vor, wie hoch der Anteil von (ehemaligen) Partnern bei den von Frauen gefährdeten Personen ist. Untersuchungen in anderen Ländern haben herausgestrichen, dass zu den Hauptbetroffenen von durch Frauen ausgeübte Gewalt neben Partnern auch Kinder und Eltern zählen, die Größenordnungen lassen sich aber nicht abschätzen und noch weniger liegen Informationen über gegebenenfalls bestehende geschlechtsspezifische Unterschiede bei Gefährdungen vor.

Ziel des Forschungsprojekts ist eine nachhaltige Erhöhung der Sicherheit von gewaltbetroffenen Personen, insbesondere von Frauen und Kindern, ebenso wie die Unterstützung der Exekutive bei der Gewährleistung des Schutzanspruchs von gewaltbetroffenen Personen.

Projektleiterin
Dr.in Birgitt Haller, Institut für Konfliktforschung IKF

Projektpartner
Bundesministerium für Inneres, Abt. II/2

Kontakt
Dr.in Birgitt Haller
Institut für Konfliktforschung IKF
1030 Wien, Lisztstraße 3

Tel: +43 1 713 16 40
E-Mail: birgitt.haller@ikf.ac.at
Homepage: www.ikf.ac.at