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KIRAS Sicherheitsforschung

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Kooperative Projekte > 2012

Multimodales Sensorsystem zur Eventdetektion an Hot-Spots

Automatisch Detektion verdächtiger bzw. krimineller Aktivitäten in der Szene durch Datenfu-sion von optischen, akustischen und Wärmebild-Sensoren, Musteranalyse und Klassifikation.

Das Bundesministerium für Inneres (BM.I) muss Kriminalitätsbrennpunkte – sogenannte „Hot-spots“ - permanent überwachen. Dort häufen sich Delikte wie Diebstahl, Übertretungen nach dem Suchtmittelgesetz, Körperverletzungen mit Raufhandel, Sachbeschädigungen, Raub, sittliche Gefährdungen von Personen unter 16 Jahren sowie gefährliche Drohungen, Vergewaltigungen und Übertretungen nach dem Verbotsgesetz. Zur Fernüberwachung setzt das BM.I derzeit Videokameras ein. Eine permanente Monitorbeobachtung ist jedoch personalintensiv und erfordert laufend eine hohe Aufmerksamkeit des Beobachters. Dies ist in der Praxis nicht realisierbar.

Um die durch die gesellschaftlichen Veränderungen in Europa gestiegene Kriminalitätsrate unter Kontrolle zu halten zu können, sollen in Zukunft automatische Detektionssysteme ein-gesetzt werden. Damit können einerseits wertvolle Personalressourcen gezielter eingesetzt und andererseits verdächtige Vorgänge früher und mit höherer Wahrscheinlichkeit detektiert werden. Heute verfügt das BM.I über keinerlei automatische Detektionssysteme.

Kommerziell erhältliche Systeme arbeiten mit Videodetektionssoftware auf Personal Compu-tern. Solche Softwarepakete hatten bei bisherigen Tests jedoch unbefriedigende Empfind-lichkeit und zu hohe Fehlalarmraten, um den Anforderungen der polizeilichen Praxis zu ge-nügen.
Das gegenständliche Forschungsprojekt geht einen völlig neuen, bisher nicht realisierten Weg: Der Eventdetektor wird Signaturen aus optischen Videobildern, Wärmebildern und Ge-räuschen gemeinsam analysieren. Durch gezielte Signalvorverarbeitung, Extraktion charak-teristischer Merkmale aus jedem Sensor, Sensordatenfusion und Klassifikation der Merk-malsvektoren sollen zuverlässige Entscheidungen über eine Alarmauslösung getroffen werden.

Der Eventdetektor wird zwar den Menschen nicht ersetzen können, aber durch die zusätzli-che Geräuschanalyse erstmals eine bessere „Trefferquote“ erreichen als die reine Videode-tektion. Die Situation wird in einem Lagebild dargestellt, sodass die Beamten sofort einen Überblick der Situation bekommen.

Falls die neue Methode erfolgreiche Ergebnisse liefert, ist eine Umsetzung in ein kommerzi-elles Produkt geplant, das beim BM.I zum Einsatz kommen kann. Wenn an vielen Hot Spots in Österreich Körperverletzungen, Sachbeschädigungen etc. verhindert oder zumindest ver-
mindert werden können, ist der Nutzen um Vieles höher als der Entwicklungsaufwand. Dar-über hinaus eröffnet sich die Möglichkeit, den Eventdetektor auch bei verschiedenen Be-darfsträgern in anderen Ländern zu vermarkten.

PROJEKTLEITER:
Univ.-Doz. Dipl.-Ing. Dr. Heinrich Garn, M.Sc.
AIT Austrian Institute of Technology GmbH

AUFLISTUNG DER WEITEREN PROJEKT- BZW. KOOPERATIONSPARTNERINNEN:
Ulz Consulting GmbH
Bahnstraße 100, 7091 Breitenbrunn
Kapsch BusinessCom AG
Wienerbergstraße 53, 1120 Wien
Republik Österreich
vertreten durch den/die Bundesminister/in für Inneres
Abteilung IV/1 Technische Ausrüstung
Hohenbergstraße 1B, 1120 Wien

KONTAKT:
Univ.-Doz. Dipl.-Ing. Dr. Heinrich Garn, M.Sc.
AIT Austrian Institute of Technology GmbH
Donau-City-Straße 1
1220 Wien
+43 5 0550 4103
Heinrich.garn@ait.ac.at
www.ait.ac.at