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KIRAS Sicherheitsforschung

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F&E-Dienstleistungen > 2008

IDEMÖ

Identifikation mit Österreich bei jungen StaatsbürgerInnen mit und ohne Migrationshintergrund als Beitrag zur Sicherheit in Österreich

Zugehörigkeits- und Loyalitätsgefühle zur österreichischen Gesellschaft („identifikative Integration“) stellen grundlegende Elemente für den Zusammenhalt Österreichs und für die gesellschaftliche Konfliktprävention dar. Die identifikative Integration ist demnach ein sicherheitspolitisch besonders relevanter Aspekt von Integration. In IDEMÖ wird untersucht, auf welche Weise junge ÖsterreicherInnen mit migrantischem, nicht-migrantischem und gemischt-kulturellem Hintergrund solche Zugehörigkeits- und Loyalitätsgefühle entwickeln. Dadurch können identifikationsförderliche und -hinderliche Prozesse und Dynamiken sichtbar gemacht und ihre sicherheitsrelevanten Bezüge herausgearbeitet werden. Im Rahmen des Projekts kommt ein Integrationsverständnis zum Einsatz, welches sich nicht nur auf die Betrachtung von Menschen mit Migrationshintergrund beschränkt, sondern auch Angehörige der Mehrheitsbevölkerung in den Blick nimmt.
Die Forschungsfrage selbst ist auf die Stärkung der Grundlage für ein konfliktarmes Zusammen¬leben gerichtet und steht damit im Einklang mit der österreichischen Sicherheits- und Verteidigungsdoktrin. Der Doktrin liegt das Prinzip der umfassen¬den Sicherheit und der Prävention zugrunde. Das größte sicherheitspolitische Risiko misslungener Integration kann darin gesehen werden, dass die gesamtgesell¬schaftliche Stabilität sowie der soziale Friede geschwächt werden. Dies kann zum Rückzug migrantischer Bevölkerungsgruppen aus dem gesellschaftlichen Leben, zu politischen Radikalisierungstendenzen auf beiden Seiten oder zu Konflikten in der gemeinsamen Lebenswelt führen. Derartige problematische Entwicklungen gilt es aus sicherheits¬politischen Überlegungen zu vermeiden. Das Projekt IDEMÖ leistet dazu einen wichtigen Beitrag.
IDEMÖ wird in vier Schritten umgesetzt: Im ersten Schritt werden die theoretischen und explorativen Vorarbeiten für die nachfolgenden Projektschritte geleistet. Hier geht es v. a. um die Literaturaufarbeitung zum Thema, die Durchführung von ExpertInnen-Interviews und die Spezifikation der Forschungsfragen. Den Kern von IDEMÖ bildet im zweiten Schritt eine qualitative Befragung von jungen österreichischen StaatsbürgerInnen mit migrantischem, nicht-migrantischem und gemischt-kulturellem Hintergrund. Es soll erforscht werden, ob es charakteristische Phasen und Prozesse in der Herausbildung eines Zugehörigkeitsgefühls zu Österreich gibt, ob sich Verläufe identifizieren lassen, die in sicherheitspolitischer Hinsicht als proble¬matisch oder förderlich zu werten sind und was die besonderen Merkmale dieser Verläufe sind. Im dritten Schritt werden die Ergebnisse im Rahmen von Workshops an ausgewählte BedarfsträgerInnen aus Sicherheitsforschung, Staat und Zivilgesellschaft rückgekoppelt. Im abschließenden vierten Schritt des Projekts werden die Erkenntnisse in einem Bericht zusammengefasst und Empfehlungen ausgearbeitet, wie die Prozesse, die den Zusammenhalt der österreichischen Gesellschaft stärken, gefördert werden können.

Durchführung:
Forschungsinstitut des Roten Kreuzes
Österreichisches Rotes Kreuz
in Kooperation mit dem Österreichischen Integrationsfonds

Kontakt:
Edith Enzenhofer
Forschungsinstitut des Roten Kreuzes
Nottendorfer Gasse 21
1030 Wien
+43 (1) 79 580-2423
Edith.Enzenhofer@w.roteskreuz.at