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KIRAS Sicherheitsforschung

  •  11
Kooperative Projekte > 2008

EVIVA

Fluggestütztes Beobachtungs- und Analysesystem für den Eventschutz und für Krisensituationen mit Videobasierter Verhaltensanalyse.

Das Projekt EVIVA entwickelt Sicherheitstechnologie zum Management von Veranstaltungen mit großen Menschenansammlungen. Die in EVIVA entwickelte Technologie ermöglicht erstmalig die umfassende Beobachtung des Bewegungsverhaltens der Personen und damit eine frühzeitige Erkennung kritischer Situationen (Staubildung, überhöhte Personendichten, beginnendes Panikver-halten, etc.).

Die Beobachtung des Verhaltens kann einerseits zur Prävention von Krisen¬situationen genutzt werden, um Sicherheitskräfte rechtzeitig ordnend in die Gruppendynamik eingreifen (Beispiel: Verhinderung von Staubildung bei open-air Veranstaltungen) zu lassen. Andererseits kann in bereits bestehenden Krisensituationen (z.B: Evakuierung eines Stadtgebietes) durch frühzeitige Identifikation von Gefahrenzonen und rechtzeitiges Einschreiten von Sicherheitskräften Panikverhalten verhindert werden.

Eine umfassende Beobachtung des Bewegungsverhaltens von Personen ist mit dem heutigen Stand der Technik, der sich vor allem auf punktuell und nicht flexibel angebrachte terrestrische Sensoren sowie auf Rückmeldungen von Sicherheitskräften stützt, kaum möglich.

Das Projekt EVIVA konzipiert, entwickelt und validiert deshalb für den genannten Zweck relevante Systemkomponenten für die fluggestützte Beobachtung und Analyse der Personenstromdynamik mittels Video- und Thermaldaten sowie ein dazugehöriges innovatives Management- und Führungssystem, das die fluggestützte Beobachtung mit der terrestrischen Sicherheitsinfrastruktur zu integrieren vermag.

Bei der Analyse der Personenstromdynamik werden neue Algorithmen getestet und entwickelt, die das früh¬zeitige automatische Erkennen kritischer Situationen auf Basis dieser Daten erlauben. So können große Areale überwacht und bei Detektion einer potenziell gefährlichen Situation spezifische Aufmerksamkeitsalarme am Management- und Führungssystem angezeigt werden.

Dieses integrierte Management- und Führungssystem soll das klassische Einsatzmanagement nun auf eine neuartige und effektive Weise bei der weiteren Beurteilung der Situation und der Steuerung der Sicherheitskräfte unterstützen. Die sich daraus ergebenden Möglichkeiten sind:

  • Neuartige Lage¬darstellung durch Überlagerung der elektronischen Karte des Einsatzgebietes mit den fluggestützten Beobachtungsdaten, den ausgewerteten Personenstromanalysen, den Positionsdaten der Einsatzkräfte und den terrestrischen Beobachtungspunkten (durch Fusion von geokodierten Daten, die aus der Luft und vom Boden aus gewonnen werden).
  • Ad-hoc Zugriff auf terrestrische Sensoren, die auch den kritischen Bereich abdecken. 
  • Ad-hoc Zugriff auf Sicherheitskräfte in der Nähe des kritischen Bereiches
  • Ad-hoc Zugriff auf die Steuerung der fluggestützten Sensoren zur weiteren, detaillierten Aufklärung des kritischen Bereiches
  • Ad-hoc Zuschaltung mobiler Sensoren der Einsatzkräfte (z.B. „wearable CCTVs“ - am Körper getragene Videokameras mit aktuellen Situationsbildern)

Neben der enormen Effizienzsteigerung im Hinblick auf Früherkennung von kritischen Situationen und die koordinierte Intervention können aus den gespeicherten Videodaten und der daraus abgeleiteten Verhaltensanalyse zusätzlich Schlussfolgerungen für zukünftige Einsätze gezogen werden.

Im Rahmen von EVIVA werden international innovative Methoden unter intensiver Einbindung der Bedarfsträger entwickelt, die das Erkennen von Situationen mit Gefahrenpotential ermöglichen, rasche Entscheidungen für Maßnahmen zum Schutz und zur Gefahrenabwehr vereinfachen und letztlich eine Maßnahmenrealisierung sowie eine Beurteilung des Erfolgs der durchgeführten Maßnahmen unterstützen. Mit EVIVA soll es möglich werden, mit geringerem Personaleinsatz eine großräumige Überwachung von sicherheitskritischen Bereichen für verschiedenste Szenarien durchzuführen und im Anlassfall erforderliche Interventionen besonders effizient zu steuern.

Die Innovationen des Projektes liegen in der Verwendung fluggestützter Sensorik, der Entwicklung komplexer Algorithmen für die Auswertung von Video- und Thermaldaten zur Bewertung des Bewegungsmusters von Menschenströmen, der automatischen Videopositionierung sowie dem Aufbau einer integrierten Managementzentrale, um den Einsatzkräften ein effektives Sicherheitsmanagement zu ermöglichen.

Projektleitung
DI Alexander Almer, Joanneum Research Forschungsgesellschaft mbH

Projektpartner
Dr. Christian Flachberger, Frequentis AG
DI Helmut Schrom-Feiertag, arsenal research - AIT Austrian Institute of Technology;  Österreichisches Forschungs- und Prüfzentrum Arsenal Ges.m.b.H.
Mag. Dr. Elisabeth Gustenau, Diamond Aircraft Industries GmbH
Brigadier Mag. Klemens Hofmeister, BMLVS - Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport

Kooperationspartner
Obstlt Mag. Christian Preisch, BMI - Bundesministerium für Inneres
Dr. Günther Fleck, Landesverteidigungsakademie
Dr. Karin Rainer, Forschungsinstitut des Roten Kreuzes
Prok. Ernest Gabmann, G4S Security Services

Kontakt
DI Alexander Almer
Joanneum Research - Institute of Digital Image Processing
Wastiangasse 6
A-8010 Graz, Austria
Tel.: +043 316 876 1738 Mobile: +043 699 1876 1738
Fax: +043 316 876 1720 E-Fax: +043 316 876 9 1738
E-Mail: alexander.almer@joanneum.at
Internet: http://www.joanneum.at